Kindergarten und Grundschule in Frankreich - ein Überblick

Die 2,5 bis bis 5jährigen Kindern gehen fast alle in die école maternelle. Ab dem 6. Lebensjahr sind die Kinder schulpflichtig, es werden immer alle Kinder eines Jahrganges eingeschult. Generell wird versucht die Kinder eher früher als später einzuschulen.

Die Ecole Maternelle...

ist eine staatliche, kostenfreihe und nicht obligatorische Schule. Die pädagogischen Kräfte sind Lehrer oder Lehrerinnen, die sowohl für den Vorschul- als auch für den Grundschulbereich ausgebildet werden. Auch sonst sind Vor- und Grundschule viel eher im Zusammenhang zu sehen als Kindergarten und Grundschule in Deutschland. Pro Klasse (in einer Klasse sind 25 bis 30 Kinder) unterrichtet eine Lehrkraft. Sie wird oft von einer Hilfskraft unterstützt, die den pflegerischen und materiellen Teil übernimmt, aber keinen pädagogischen Auftrag hat. Immer mehr tendiert man zur Einrichtung von Klassen für zweijährige Kinder (vor allem in den Vororten der Großstädte).

Die Institution Ecole Maternelle, wie auch die Ecole Primaire, stellt Anforderungen, sowohl an den Lehrer als auch an das Kind, und zwar in Form von einem Katalog von Lernzielen, die ihnen landesweit vorgeschrieben sind.

Mit drei Jahren kommt das Kind in die petite section, mit vier in die moyenne section, und mit fünf in die grande section.

Die Ecole Primaire...

umfasst in Frankreich fünf Jahrgangsstufen: CP (cours préparatoire), CE1 und CE2 (cours élémentaire 1, 2) und CM1 und CM2 (cours ?? 1, 2). Danach kommen die Kinder in die 6ème am Collège, was meistens ein ähnlicher Einschnitt ist wie der Übergang zum Gymnasium in Deutschland.

Ecole maternelle und ecole primaire

bilden eine Einheit, die in drei Zyklen aufgeteilt wird:

Das französische Schulsystem misst der Evaluation eine große Bedeutung zu. Auch in der Ecole Maternelle werden die Leistungen der SchülerInnen evaluiert. Aber die Evaluation soll keine Strafe sein, sondern ein Instrument im Lernprozess.

Die Mitsprache und Mitarbeit der Eltern ist meiner Ansicht nach geringer als in Deutschland. Es gibt meistens nur einen Elternabend pro Jahr, man kann aber natürlich jederzeit einen Termit mit den Lehrern abmachen. Etwa einmal die Woche bringen die Kinder ihre Hefte mit nach Hause um sie den Eltern zu zeigen (und von ihnen unterschreiben zu lassen). Dreimal im Jahr gibt es Zeugnisse.

Das Schuljahr

fängt Anfang September an und hört Ende Juni auf. Ungefähr alle sechs Wochen gibt es zwei Wochen Ferien. Insgesamt haben französische Schüler während eines Schuljahres 7 Wochen Ferien.

Der Tagesablauf

Für die Vor- und Grundschule gilt die gleiche Zeiteinteilung, die Anfangs- und Endzeiten sind nur in der Vorschule etwas dehnbarer.

Schule ist Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag und Samstag, der Mittwoch ist frei. An Schultagen ist von 8h30 bis 11h30 und von 13h30 bis 16h30 Unterricht. Samstags ist meistens nur vormittags von 8h30 bis 11h30 Unterricht und etwa jeder dritte Samstag ist schulfrei. Während der Unterrichtszeit bleiben die Kinder immer in der Schule, auch wenn die LehrerIn krank ist.

In der Mittagspause besteht die Möglichkeit in der Schule zu essen, das Kantinenessen muss aber bezahlt werden. Den Rest der Mittagspause verbringen die Kinder im Schulhof und werden beaufsichtigt. Manchmal werden, gegen ein geringes Entgelt, zusätzliche außerschulische Tätigkeiten angeboten. Meistens wird empfohlen, wenn möglich die Kinder mittags abzuholen.

Vor der Schule (ab 7h00) und abends (bis etwa 18h00) können die Kinder in der garderie bleiben, d.h. sie werden beaufsichtigt und können ihre Hausaufgaben machen. Diese Dienste sind auch kostenpflichtig.

Am Mittwoch und während der Ferien sind andere Einrichtungen für die Betreuung zuständig.

Private Schulen

in Frankreich sind meistens katholisch (vielleicht mit Ausnahme des Großraums Paris). Sie unterscheiden sich nicht besonders von den öffentlichen Schulen: man ist nicht an den Einzugsbereich gebunden, die Religion spielt eine wichtigere (oder überhaupt eine) Rolle im Unterricht und Schulleben, und es sind (mehr oder weniger hohe) Gebühren zu zahlen.


Diese Informationen stammen aus eigener Anschauung und aus dem (sehr empfehlenswerten) Zwischenbericht des Landesjugendamtes (LWV Baden) zur Beratung und Unterstützung interkultureller Arbeitsansätze in Kindergärten am Beispiel deutsch-französischer Initiativen in Baden von 2000 bis 2002.


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Ingrid Falk
Last modified: Fri Nov 12 16:10:09 CET 2004